“Häsch au scho es openly baut?”

Klimawandel interessiert in der Bauwirtschaft niemanden. Deshalb machen wir das Bauen mit natürlichen Baustoffen zum Business Case.

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OPENLY Manifesto von Andy Keel

Groundbreaker
Building better ways to build
LinkedIN / andy.keel@openly.systems

Graham Bell hat keine Marktstudie gemacht, um das Telefon zu erfinden. Ebenso Enzo, der den ersten Ferrari 1945 in der Nazi-Schleifmaschinenwerkstätte in Maranello erschuf, oder Steve Jobs, der 1984 den Macintosh in der Garage seiner Eltern erschuf.

Wir bauen heute falsch. Und schlecht.

“Unsichtbar macht sich die Dummheit, indem sie ungeheuer große Ausmaße annimmt” -Bertold Brecht

Mein Antrieb war es, zu beweisen, dass es heute technisch möglich ist, ein Zero-Emission-Gebäude mit Netto-Null grauer Energie (CO2) zu errichten. Einfach so.

“Every change started somewhere” - 2022 Andy Keel

Die Pionierarbeit im Planungsprozess und in der Realisierung habe ich immer mit einem Tour-de-France-Team verglichen. Wir wollen die Gesamtwertung, das Einzelzeitfahren und eine Bergetappe gewinnen. Viele blieben beim Pilotprojekt Valley Widnau auf der Strecke. Wir haben mit einem Team von über 20 Fachplanern Tag und Nacht gearbeitet, gedacht, geändert und erfunden. Wir haben 2022–2024 nicht nur das Bauen mit natürlichen Baustoffen neu zusammengesetzt, sondern auch den Bauprozess. Daher nennen wir Openly ein Bausystem.

Openly öffnet das Zeitalter einer neuen Generation an Gebäuden. Openly Gebäude sind besser, gesünder, effizienter (Plusenergie), nachwachsend, anpassbar, schneller geplant und gebaut, kreislauffähig, sicherer und bieten langfristige Renditeperlen. Die familiengeführten Konzerne Leipfinger-Bader (DE) sowie VICAT (FR) ist bislang der einzigen, die ihren Pfad zu Netto Null glaubhaft aufzeigen können und mit Taten (Produkten) unterlegen.

2) Wieso anders bauen?

25 % der globalen jährlichen CO2-Emissionen stammen aus der Bauwirtschaft. Das sind rund achtmal so viel wie der gesamte Flugverkehr. Wir müssen die Welt als geschlossenen Kreislauf verstehen und dürfen keine Ressourcen verschwenden, sondern sie so einsetzen, dass wir sie immer wieder nutzen können. Früher war jedem klar, dass ein Appenzeller Haus (fast) keinen Müll hinterlässt. Ich selbst bin in einem über 100 Jahre alten Holzhaus aufgewachsen.

Die Openly Vision: Buildings as a carbon sink

Büro- und Wohngebäude sollen von Kohlenstoffemittenten zu Kohlenstoffsenken werden. Bislang hat niemand ein kommerziell skalierbares Bausystem entwickelt, das die Kohlenstoffabscheidung und -speicherung im Fokus hat. Unserem Bausystem gelingt genau dies und macht es möglich, pro m2 Bruttogeschossfläche bis zu 0.25t CO2 einzuspeichern. Wir müssen das emittierte CO2 wieder unter die Erde und in Bauwerke bringen – so lösen wir (neben der Avoidance im Verkehr und in der Industrie) den Klimawandel. Die Technologien dazu heissen: Pyrolyse und Photosynthese. Leider haben das noch sehr, sehr wenige Wissenschaftler, Politiker, Verwaltungsräte und Lobbygruppen wie SIA, DGNB etc. gemerkt resp. verheddern sich in Detaildiskussionen. Mit dem Global Construction C-Sink Standard haben wir selbst die Accountinglogik für diese Removals zusammen mit CSI und dem Ithaka Institut geschaffen, die unter dem CRCF der EU Anwendung finden wird, das erste TAP wurde soeben mit gemächlichem Tempo veröffentlicht. Mit myclimate.org läuft ein Pilot über immerhin 10’000t Removals (entspricht der bisherigen Senkenleistung von Neustark und Climeworks kumuliert). Das Potential von Gebäuden als C-Senke beträgt etwa 5 Giga Tonnen jährlich. Let that sink in.

3) Was können Sie tun?
Bauen Sie anders. Setzen Sie auf nachwachsende und kreislauffähige Baustoffe und Bauweisen. Mit oder ohne Openly, wir haben die Weisheit nicht mit Löffeln gegessen.

4) The Why is missing:
Die gewinnorientierte Openly AG (Holding) befindet sich in privater Hand ohne Risikokapital-Investoren. Das Pilotprojekt wurde mittels Stockwerkeigentum finanziert und gebaut (13 Mio, 19 Wohnungen). Es war immer unsere Motivation, einen Impact zu machen und anders zu bauen – nicht ein Unicorn-Startup zu schaffen oder sich ein Erwerbseinkommen im lukrativen Immobilienumfeld zu sichern, um sich irgendwann eine Yacht leisten zu können. Daher hat es für Openly auch nie ein Pitchdeck gegeben (sehr wohl aber einen detaillierten Kosten- und Liquiditätsplan). Erst mit der Fertigstellung des Pilotprojekts im Sommer 2024 haben wir uns mit dem zukünftigen Business-Modell befasst. 2026 haben wir bereits den Break-even aus eigener Kraft erreicht.

Unsere Strategie sieht vor, mit Partnern und Kooperationen schnell europäisch zu wachsen (daher auch der Name Openly). Unser kurzfristiges Ziel ist, in den nächsten 3 Jahren 500 Wohnungen zu schaffen.

Baumschlager Eberle Architekten setzten mit dem 2226 bereits vor über zehn Jahren einen markanten Referenzpunkt, keine 10 Kilometer von Openly Valley Widnau entfernt. Das Gebäude zeigte, dass sich durch konsequente Gebäudephysik die Gebäudetechnik auf ein Minimum reduzieren lässt. Genau dieser Ansatz war der Auslöser, das Pilotprojekt gemeinsam mit ihnen zu entwickeln.

An einem entscheidenden Punkt jedoch prallten alte und neue Denksysteme unerwartet aufeinander:

“Sie lösen ein Problem*, das es nicht gibt” - Dietmar Eberle 2023

Solange Klimawandel nicht als Problem angesehen wird, gibt es auch keinen Grund, etwas in der Bauwirtschaft und in der Architektur zu ändern. In diesem Sinne waren der MAC 1984 und OPENLY 2022 sinnlos und die Bauwirtschaft bleibt der:

“Der Elefant im Klimaraum” - Prof. Schellnhuber (hören sie den Podcast dazu hier)

Was heute als nachhaltig in der Bauwirtschaft angepriesen wird, überschreitet oft die Grenze zur Lächerlichkeit. Institutionelle Investoren für nachhaltige Immobilienprojekte existieren in der Praxis deutlich seltener als in Präsentationen. In der Realität steht die Rendite über allen anderen Kriterien. Das bestätigten VoC-Gespräche mit über 100 institutionellen Investoren.

ESG-Abbaupfade beschränken sich häufig auf Portfolio-Bereinigungen und den Austausch fossiler Heizsysteme. Tiefgreifende Sanierungen bleiben selten. In der Schweiz werden weiterhin über eine Million Gebäude fossil beheizt, bei Mehrfamilienhäusern liegt die Sanierungsquote bei rund 1 % (also 100 Jahre).

“There are no brave old people in construction” - Andy Keel

…daher sind wir, bis auf Weiteres, die freundlichen Piraten in der Bauindustrie. Das heisst nicht, dass wir Schiffe überfallen und dämliche jugendliche oder klimaaktivistische Aktionen starten. Wir haben Freiheit, weil wir keiner Startup-Logik folgen müssen und keiner Lobby verpflichtet sind. Wachstum kann stattfinden, muss es aber nicht. Unser Antrieb ist nicht die Gier oder ein Exit.

5) The Openly Business Model:

Achtsam haben wir unser Business-Modell gewählt, indem wir uns auf die Zertifizierung von C-Senken sowie auf Projektentwicklung und/oder Realisation als Gesamtleistungsanbieter (Generalplaner) spezialisiert haben (Unser Angebot hier), selbst aber keine Produktion und Fertigungslinien aufbauen, also minimalste Fixkosten und maximales Skalierungspotenzial haben. Wir bewegen uns nicht in den submissiven Mechaniken klassischer Architekturwettbewerbe, die faktisch ausbeuterische Instrumente von Immobilienentwicklern sind, insb. im Wohnbau mit maximaler Dichte und maximalen m2 Hauptnutzfläche.

Wir sehen uns als Gegenentwurf zu den beiden deutschen Bausystem-Unicorns Gropyus und Nokera mit ihren Gigafactories. Fabriken – und deren Fixkosten – braucht es gar nicht, insb. nicht in einem Wirtschaftszweig, der mit 0-3 % EBIT seit Jahrzehnten zu funktionieren versucht und notorisch schwach an Innovation ist. Die Kostenvorteile (resp. Kostenneutralität) des Openly-Bausystems entstehen durch einen neuen Planungs- und Bauprozess, die Standardisierung der Bauteile sowie Skaleneffekte im Einkauf. Spannend in diesem Zusammenhang sind das spanische Startup 011H (mit Schweizer VC-Investor), Kaufmann Bausysteme aus dem Bregenzerwald (keine 30 Fahrminuten von uns entfernt) sowie Haering in der Schweiz.

Zur Openly Holding gehören diverse Patente, die Marke milton.earth als CO2-Trader sowie die Valley Architekten AG und eine Beteiligung an der Cancret AG im Bereich Hempcrete (mit ersten Industriepartnerschaften und Startup-Förderungen). Ein weiteres Spin-off für die Openly Airbox AG inkl. plug & play Steuerung ist zusammen mit Cleverson und Huber Fenster AG angedacht. Für die Airbox haben wir kürzlich die Minergie P-Anerkennung als kontrollierte (lowtech) Wohnraumlüftung erhalten.

Abschliessend:
Wir beschäftigen uns intensiv mit KI im Planungsprozess, denn bauen mit einem System ist darauf ausgelegt, die Planungszyklen implodieren zu lassen. Es ist dann der Zeitpunkt, an dem sich die Gilde der Architektinnen und Architekten zur Rechenschaft stellen muss. An diesen ging die Effizienz- und Klimadiskussion weitestgehend vorbei. Wobei es die Architekten (und die heutigen Stars) waren, die CO2-intensive Baustoffe zu verantworten haben und nicht die Baustoffindustrie.

Ein neues Zeitalter beginnt. Irgendwann.

Openly.

“Nicht alle Probleme lassen sich mit Yoga lösen” - 31.1.2026 Andy Keel

Valley Widnau Führungen jeden letzten Donnerstag (bereits über 1500 Fachpersonen haben uns besucht)

Die ganze Geschichte und Vision von Openly nachhören im ungeschnittenen 75-minütigen Podcast von Baden-Württemberg Podcast von Baden Württemberg

Ein besonderer Dank gilt den 5 Spirig-Erben, insbesondere Titus Spirig, die das Bauland für das Pilotprojekt Valley Widnau zu Marktpreisen bereitgestellt und immer an die Openly-Vision geglaubt haben.

Impact des OPENLY Bausystems

Unser Ziel bis Ende 2028: 500 Wohnungen (Units) im Bau

  • Avoided emissions: 30'000t

  • Captured CO2: 20'000t

🎙️ NEST-Podcast SPOTIFY
Man kann nicht gewinnen, wenn man nicht völlig anders ist. Wenn uns alle anderen als völlig verrückt bezeichnen, dann sage ich mir, wir müssen da wirklich auf etwas gestoßen sein.
— Larry D. Ellison
We cannot solve our problems with the same thinking we used when we created them
— Albert Einstein

Openly Valley Widnau 2024 - grösstes Hanfhaus Europas